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Geschichte

DIE KAMPFHANDLUNGEN IN SUOMUSSALMI UND RAATE WÄHREND DES WINTERKRIEGE
1939-1940

Die entscheidenden Kämpfe des Winterkrieges (30.11.1939 - 13.3.1940)
um Suomussalmi wurden vom 30.11.1939 bis 10.1.1940 geführt. Danach gab
es in der Grenznähe einige kleinere Gefechte wie zum Beispiel der sow-
jetische Angriff zum Jahrestag der Roten Armee nach Raate vom 21.2. bis
23.2.1940. Zum Kampfgebiet gehörte der ganze östliche Teil von Suomus-
salmi, vor allem die Straßen Juntusranta-Kiannanniemi-Kirchdorf-Raate.

INTERNATIONALE LAGE UND FINNLAND GEGEN ENDE DER 30er JAHRE

Im Jahre 1938 begann die vom nationalsozialistischen Deutschland ge-
führte Politik, die europäische Landkarte zu verändern. Das erste
Beispiel dafür war der Anschluß Österreichs an Deutschland am 13.
März.

Deutschland und die Sowjetunion schlossen am 23.8.1939 den Nichtan-
griffspakt mit der Folge, daß sich das großmachtpolitische Gleichge-
wicht in Europa verschob. Die Gefahr eines Großmachtskrieges wuchs,
und Finnland verkündete am 1.9.1939 die Neutralitätsproklamation, ge-
nau am selben Tag, als Polen von Deutschland überfallen wurde.

Die Sowjetunion stellte an die baltischen Länder Gebietsansprüche, um
die Sicherheit Leningrads zu gewährleisten. Auch Finnland wurde mit
Gebietsforderungen konfrontiert. Finnland hätte die Grenze auf der
Karelischen Landenge weiter weg von Leningrad ziehen sollen. Im Aus-
tausch gegen Gebiete in Ostkarelien hätte Finnland außerdem einige
Inseln des Finnischen Meerbusens und einen Teil von Kalastajasaarento
abtreten sollen. Ferner wollte die Sowjetunion die Hankoniemi pachten.

Die finnische Regierung vertrat die Meinung, daß es nicht richtig
wäre, die sowjetischen Vorschläge so zu akzeptieren, weil dadurch der
Neutralitätsstatus ausgehöhlt und die Verteidigungsmöglichkeiten ge-
schwächt würden.

Trotz einiger Zugeständnisse von der finnischen Seite wurden bei den
Verhandlungen in Moskau keine Lösungen gefunden, die die Sowjetunion
befriedigt hätten.

Die Wende zum Schlimmeren kam am 26.11.1939, als die Sowjetunion den
Finnen eine Note überreichte, in der Finnland der Schüße von Mainila
beschuldigt wurde. In der Note wurde behauptet, die Finnen hätten am
besagten Tag das Dorf Mainila beschoßen. Finnland dementierte.

Am 28.11.1939 kündigte die Sowjetunion den Nichtangriffspakt und teil-
te mit, daß sie wegen wiederholter Grenzverletzungen seitens der Fin-
nen die diplomatischen Beziehungen mit Finnland abbrechen würde. Der
Winterkrieg brach aus. Die Sowjetischen Truppen überquerten die fin-
nische Grenze am Morgen des 30.11.1939.

DIE LAGE IN KAINUU UND SUOMUSSALMI IM HERBST 1939

Die Grenzschutzgruppe Kainuu war zuständig für die Ausbildung der
Wehrpflichtigen und Reservisten sowie für die Grenzüberwachung, der
Schutzkorpsbezirk Kainuu wiederum für die freiwillige Landesverteidi-
gungsarbeit im Gebiet von Suomussalmi. Gemäß dem Befehl über die
Durchführung der außerordentlichen Wehrübungen wurde das Übungszent-
rum Suomussalmi gegründet, zu dessen Befehlshaber Oberstleutnant
Leo Kyander, Kommandeur der Grenzschutzgruppe Kainuu und zugleich
Befehlshaber des Militärbezirks Kainuu, ernannt wurde. Die Mannschaft
wurde zusammengestellt aus den Männern von Suomussalmi, Puolanka, Hy-
rynsalmi, Ristijärvi, Kajaani und Vuolijoki.

Der Stab des Übungsztr. Suomussalmi operierte von der Pension Kaleva
in Suomussalmi aus, und die Truppen wurden im Kirchdorf, in der Pfar-
rei Karhulanvaara, im Kinderheim Betania in Haukiperä, in der Kaserne
der Grenzschutztruppe in Ämmänruukki und im Hause Mattila in Richtung
Raate untergebracht.

Die Gesamttruppenstärke des Übungszentrums betrug 1679 Mann, dazu ka-
men einige Lottas aus Suomussalmi, die in der Anfangsphase für die
Verpflegung der Truppe zuständig waren.

Schwerpunkte der Übungen waren kompaniebezogene Kampfausbildung,
Marschübungen in voller Kampfausrüstung, zweitägige Kampfübung des
Bataillons, Einschießen der Waffen sowie Befestigungsarbeiten.

Die Befestigungsarbeiten an der Grenze wurden durch das finnisch-
sowjetische Abkommen von 1922 über den Grenzfrieden beeinträchtigt,
wonach es untersagt war, größere Kampfverbände in der Grenzzone zu
unterhalten, zumal der damalige Grenzgürtel viel breiter war als der
heutige. Die Finnen hielten sich am Abkommen, und so wurden die Trup-
pen täglich von ihren Quartieren zu den Befestigungsarbeiten beför-
dert.

GRENZÜBERWACHUNG WÄHREND DER AUSSERORDENTLICHEN WEHRÜBUNGEN

Zur Stärkung der Grenzüberwachung wurde während der außerordentlichen
Wehrübungen eine eigene Organisation geschaffen: I Grenzschutzabtei-
lung und II Grenzschutzabteilung.

Die I Grenzschutzabteilung mit Reserveleutnant E. Lehto als Befehls-
haber war für die südliche Richtung auf einer Breite von 69 km zustän-
dig. Deren I Zug befand sich in Kuivajärvi, der II Zug in Hyry, der
III Zug in Likoharju, der IV Zug in Raate, Puras und Salmijärvi sowie
ein MG-Halbzug bei Mattila. Die I Grenzschutzabteilung zählte insge-
samt 244 Mann und außerdem noch 118 Mann aus dem Schutzkorps. Die Be-
fehlstelle der Abteilung war in Likoharju an der Straße von Raate.

Die II Grenzschutzabteilung mit dem Fähnrich der Reserve M. Elo als
Befehlshaber war für die nördliche Richtung auf einer Breite von etwa
80 km verantwortlich. Die II Grenzschutzabteilung war eigentlich nur
ein verstärkter Zug, insgesamt 42 Mann. Die Befehlsstelle war bei Jun-
tusranta.




DER KRIEG BRICHT AM 30.11.1939 AUS

Beim Ausbruch des Krieges mußte das aus den Soldaten des Übungszentrum
Suomussalmi gebildete Kommandobataillon 15 den Angriff der sowje-
tischen 163. Division (ca. 17 500 Mann) abwehren. Im nördlichen Teil
der Gemeinde, in Lehtovaara bei Juntusranta, griffen die Infanterie-
regimenter 81 und 662 und in Raate das Inf.Reg. 759 an. Das erste Ziel
der Sowjetdivision war die Eroberung des Kirchdorfes Suomussalmi, wo-
nach vorgesehen war, in Richtung Oulu vorzustoßen und somit Finnland
in der schmalsten Stelle abzuschneiden.

DIE KAMPFHANDLUNGEN - HINHALTEKÄMPFE IN RICHTUNG KIRCHDORF SUOMUSSALMI

Als die Sowjetgruppen ihren Angriff am Morgen des 30.11.1939 starte-
ten, befanden sich auf dem Wachtposten von Raate nur ein paar Gruppen.
1). Nach einem kurzem Gefecht zog sich die Einheit zurück auf die Ver-
zögerungslinie von Myllypuro, wo sich ein paar Züge mit Gewehren be-
waffnete Soldaten in Verteidigungsstellung befanden. Als die Sowjets
ihren Angriff fortsetzten und die Verteidigungsstellungen zu umzingeln
drohten, zogen sich die Finnen um 15 Uhr durch die Purasjoki-Linie in
das Haus Likoharju und ruhten sich zunächst dort aus. Die Verluste bei
den Gefechten beschränkten sich lediglich auf ein paar Verwundete.

Die Purasjoki-Linie wurde mit den aus dem Kirchdorf geschickten Hilfs-
kräften besetzt. Es waren vier Gewehrzüge mit acht Maschinengewehren
und einer Granatenwerfereinheit verstärkt. Ein Zug blieb als Reserve.

In Jänismaa in der Gegend von Puras waren ein Gewehrzug, zwei Pio-
niergruppen, ein MG-Halbzug, die Gasschutzeinheit des Bataillons und
vier Grenzschützer stationiert. An der Straße nach Kuhmo waren zwei
Züge und eine Pioniergruppe. Die Pioniere sprengten am Abend die
Brücke von Kattilakoski. Am 1.-3. Dezember wurden in der Nähe der
Straße erfolgreiche Abwehrgefechte geführt, aber die Drohung wuchs im
Sektor von Puras, wohin zusätzliche Truppen geworfen werden mußten.
Unterstützt von Artillerie und Granatenwerfern griffen die Sowjets am
3.12. gegen die Verteidigungslinie an.

In den frühen Nachmittagsstunden gelang es den Angreifern, die Vertei-
digungslinie nördlich zu umgehen, aber die drohende Situation konnte
geklärt werden. Wegen der kritischen Lage mußte die Purasjoki-Linie
jedoch am 3.-4.12. verlassen werden. Am 3.12. waren von Kajaani aus
zusätzliche Truppen in Suomussalmi angekommen, u.a. das IV Bataillon
der Heeresersatzbrigade.

In der Gemarkung Mattila (ca. 10 km westlich von Purasjoki) war die
nächste Verteidigungslinie. Auf dieser Landenge zwischen Kokkojärvi-
Teerinen-Pyöreäinen konnte man schon eine bedeutend größere Truppen-
stärke konzentrieren als in Purasjoki.

Die Finnen verfügten nun über soviel Truppen, daß man am 5.12. den Ge-
genangriff wagen konnte. Der Angriff mußte jedoch gegen Abend abge-
brochen werden, und die Truppen kehrten im Verlaufe des 6.12. auf die
Mattila-Linie zurück.

1) Eine Gruppe = ca. 10 Mann, ein Zug = ca. 30, eine Kompanie = ca.
100 und ein Bataillon = ca. 1000 Mann.


DIE KAMPFHANDLUNGEN IM NÖRDLICHEN SEKTOR 30.11.-7.12.1939

Zur großen Überraschung der Finnen stürmten die sowjetischen Truppen
in Suomussalmi über die Grenze auch in Lehtovaara bei Juntusranta. Die
dort zu Hause verbliebene Zivilbevölkerung bemerkte den Grenzübertritt
und informierte die finnischen Truppen in Juntusranta. Um 10 Uhr teil-
te Fähnrich Elo der Befehlstelle des Kommandobataillons 15 im Kirch-
dorf mit, daß die Kämpfe begonnen hatten. Am Nachmittag fiel das Dorf
Juntusranta in die Hände der Sowjets - der Rückzug der kleinen fin-
nischen Truppe in Richtung Westen hatte begonnen.

In den ersten Dezembertagen (1.-3.12.) wurden in der Gemarkung von Sa-
lovaara, Keträ, Linnansalmi und Kiannanniemi Verzögerungskämpfe ge-
führt. Am 3.12. erhielten die finnischen Truppen bei Kaapinsalmi die
ersten Verstärkungen. Die Finnen konnten ihre Stellungen jedoch nicht
halten, und am 4.12. erreichten die Sowjets die Landstraße Suomussal-
mi-Kuusamo in Palovaara.


In Palovaara richteten die Sowjettruppen ihren Angriff sowohl nach
Norden (Infanterieregiment 662) als auch nach Süden Richtung Kirchdorf
Suomussalmi (Infanterieregiment 81). Erst jetzt waren sich die Finnen
über die Truppenverteilung der 163. Division endgültig im klaren. Der
5.12. war für die Finnen ein harter Tag: Die Sowjets waren von Käpylä
nach Kuurtola 15 km weit vorgestoßen. Sie waren schon in der Nähe des
Kirchdorfs Suomussalmi. Am 6.-7.12. wurde in Myllypuro und auf der
Landenge Kovajärvi, nachdem die Finnen dort Verstärkung erhalten hat-
ten, heftig gekämpft. Durch massives Artilleriefeuer und bedrückende
zahlen¬mäßige Überlegenheit gelang es den Sowjets, diese Linien am
Abend des 6.12. zu brechen, und die Finnen zogen sich zurück bis zur
Weggabelung von Kylänmäki. Aber auch diese Verteidigungslinie konnte
dem Trommelfeuer der Artillerie und der Panzer sowie der in deren
Schutz angreifenden Infanterie nicht standhalten. Gegen Abend des
7.12., nach einigen Angriffen aus dem Hinterhalt, bauten die Finnen
eine Verteidigungslinie am Süd- und Westufer des Kiantajärvi-Sees auf.
Der Weg nach dem Kirchdorf, das von den Finnen in Brand gesteckt wor-
den war, war für die Sowjets nun frei.

Der Vorstoß des Infanterieregiment 662 von Palovaara Richtung Norden
wurde bei Piispajärvi gestoppt. Hier wurde vom 6. bis 26.12. gekämpft.
Zuständig für die finnische Verteidigung war zunächst das von Kuusamo
hierher verlegte Kommandobataillon 16, das von Weihnachten an vom In-
fanterieregiment 65 unter dem Kommando von Oberstleutnant Mandelin
unterstützt wurde. Die Kampftruppen des nördlichen Sektors sind wäh-
rend der nachweihnachtlichen Angriffsphase bekannt geworden unter dem
Namen Gruppe Susi, so genannt nach ihrem Kommandeur dem Oberstleutnant
Paavo Susitaival.

SUOMUSSALMI GEHT VERLOREN

Am 7. Dezember mußten die Finnen ihre Stellungen in Mattila verlassen
und nach Haukiperä ans Südufer des Kiantajärvi-Sees ziehen. Grund da-
für war die Lage an der Nordfront: Die Sowjets hatten das Kirchdorf
Suomussalmi erobert, und die Finnen liefen Gefahr, eingekesselt zu
werden. Die erste Phase bei den Kämpfen um die Straße von Raate war
vorüber. Die sowjetischen Regimenter konnten sich im Kirchdorf verei-
nen, welches in Brand gesteckt wurde. Alle finnischen Truppen zogen
im Verlaufe des 8.12. ans Südufer des Kiantajärvi-Sees, wo sie eine
Verteidigungslinie aufbauten. Ihr Schwerpunkt war in der Nähe der
Fähranlegestelle von Haukiperä, wo man sofort mit den Befestigungsar-
beiten der Verteidigungslinie begann.

Der 8. Dezember verlief relativ ruhig, aber während der Morgendämme-
rung des 9.12. gelang es den Sowjets, unterstützt von Artillerie und
Granatenwerfern, den Sund zu überqueren und den finnischen Stellungen
einen Bruch zuzufügen sowie bis zur Weggabelung vorzustoßen. Die Eis-
decke trug jedoch weder Panzer noch sonstiges schweres Gerät. Die Fin-
nen konnten durch einen schnellen Gegenangriff den Feind zurückschla-
gen.

Langersehnte Hilfe wurde den Kämpfern um Suomussalmi zuteil, als
Oberst Hjalmar Siilasvuo mit seinen Truppen gegen Abend des 9.12. in
Suomussalmi eintraf. Die Finnen zählten nun insgesamt fünf Bataillons,
drei gesonderte Kompanien und zwei Erkundungsabteilungen, aber die Ar-
tillerie und Panzerabwehrwaffen fehlten.


DIE FINNEN ERGREIFEN DIE INITIATIVE

Siilasvuo erhielt eine einfache Weisung: angreifen und die bis zur
Kirche von Suomussalmi vorgedrückte sowjetische Division schlagen.

Der Angriff aufs Kirchdorf begann am 11.12.1939. Das Infanterieregi-
ment 27 unter dem Kommando von Oberstleutnant J. Mäkiniemi griff vom
Osten her schwenked auf die Südseite des Kirchdorfes an. Bis zur Mit-
tagszeit war in Palovaara die Landstraße Kuhmo-Suomussalmi (die Straße
von Raate) erreicht worden.


Der Hauptkampftrupp schwenkte nun in Richtung Kirchdorf, wo die Kampf-
handlungen in dieser Angriffsphase bis 18.12. andauerten, ohne daß ei-
ne endgültige Entscheidung erzielt wurde.

Siilasvuo richtete den Schwerpunkt des Angriffs nach Hulkonniemi, wo
kleinere Truppen seit dem 11.12. kämpften. Die Lage in Hulkonniemi
wurde erst am 28.12. geklärt, als die Sowjets ihre Stellungen ver-
ließen und über den zugefrorenen Kiantajärvi-See nach Juntusranta zu-
rückzogen. Gleichzeitig fiel das Kirchdorf Suomussalmi den Finnen in
die Hände. Kurz vor der Entscheidung bekam Siilasvuo Verstärkung, als
die aus Ersatztruppen gebildeten Infanterieregimenter 64 und 65 nach
Suomussalmi abkommandiert wurden. Aus den Truppen von Oberst Siilasvuo
wurde die 9. Division gebildet.

Während der Kämpfe um das Kirchdorf sicherte sich Siilasvuo den Rücken
in Richtung Raate bei Kuomajoki. Die hierher eingeteilte Abteilung
Kontula (ca. 300 Mann) erfüllte ihre Aufgabe, indem sie die Spitze der
entlang der Straße von Raate vorrückenden frischen sowjetischen Elite
division (44. Div.) stoppte.

DER KAMPF TOBT AUF DER STRASSE VON RAATE

Als die Kämpfe nördlich vom Kirchdorf zugunsten der Finnen entschieden
waren, konzetrierte Siilasvuo alle zur Verfügung stehenden Kräfte auf
die Straße von Raate, die von Kuomajoki bis nach Likoharju von den
Sowjets beherrscht wurde. Der Großteil der Sowjettruppen hatte in der
Gemarkung Haukila Stellung bezogen.

Siilasvuo Plan war wieder einfach und übersichtlich: die Verbindungs-
wage der sowjetischen Truppen hinter die Grenze kappen, die Truppen
zerstückeln und die so entstandenen Kessel vernichten. Zur Durchfüh-
rung des Plans wurde auf der Eisdecke von Alanteenjärvi-Vuokkijärvi
ein Weg eröffnet, der bei den Truppenkonzentrationen und bei der Ver-
sorgung benutzt wurde.

Anfang 1940 griffen Siilasvuo Truppen an. Der Schwerpunkt des An-
griffs wurde gegen Haukila gerichtet, wo der Feind sowohl vom Norden
als auch vom Süden her angegriffen wurde. Es gelang den Finnen, die
Straße von Raate östlich von Haukila abzuschneiden. Gleichzeitig wur-
den südöstlich von Haukila die Sowjettruppen bei Sanginlampi und Es-
kola in der Nähe der Straße von Kuhmo vernichtet. Die passiv in ihren
Stellungen ausharrenden Sowjettruppen wurden in der Gemarkung von Hau-
kila, Karila, Tyynelä und Mattila immer mehr eigekesselt.

Die entscheidenden Kämpfe um Raate begannen am 5.1.1940. In der Grenz-
nähe stürmten die Finnen im Gelände des Wachtpostens von Raate mit ei-
ner Kompaniestärke auf die Straße und westlich davon mit der Stärke
eines Bataillons gegen Likoharju, wo die sowjetischen Stellungen nach
mehreren Versuchen erobert wurden.

Die Brücke von Purasjoki konnte am nächsten Tag zerstört werden.
Gleichzeitig griffen Siilasvuos Truppen auf der Landenge von Kokkojär-
vi und Teerinen an. All diese Kämpfe beschleunigten die Entscheidung,
die in Haukila herbeigeführt wurde, als die Sowjettruppen dort durch
den finnischen Ansturm vernichtet wurden.

Die drei Regimenter der 44. Division waren in einem kleinen Gebiet zu-
sammengepfercht. Da die Straße nach Osten gekappt war, waren die Sow-
jets praktisch eingekesselt. Die einzige Schwachstelle war in Richtung
Puras, aber auch hier gelang es den Finnen, den Ausbruch zu stopfen.
Die heftigen Vernichtungskämpfe der Kessel von Haukila und Raate tob-
ten vom 5. bis 7. Januar 1940.

Es galt noch, das Kampfgebiet zu säubern, und bis zum Abend des
10.1.1940 hatten die Kämpfe in Suomussalmi aufgehört. Der Durchbruch
der sowjetischen Truppen nach Westen war gescheitert.

Danach gab es in Suomussalmi keine größeren Kampfhandlungen mehr, le-
diglich hatten Spähtrupps hin und wieder Feindberührung. Das größte
Gefecht war der Angriff von drei Sowjetbataillons gegen Raate zum Jah-
restag der Roten Armee vom 21. bis 23.2.1940. Der Hauptteil von Sii-
lasvuos Truppen wurde an die Front von Kuhmo und in die Nähe vom Lado-
gasee in Karelien versetzt, wo äußerst heftige Kämpfe tobten.

Am 13.3.1940 um 11 Uhr trat der Friede in Kraft. Der Grenzverlauf
blieb in Suomussalmi unverändert. Die Verluste waren auf beiden Seiten
erheblich.

DIE LAGE DER ZIVILBEVÖLKERUNG WÄHREND DER AUSSERORDENTLICHEN WEHRÜBUNG-
GEN UND NACH DEM KRIEGSAUSBRUCH

Trotz der zunehmenden militärischen Aktivitäten und der Zuspitzung der
politischen Lage blieb die Zivilbevölkerung in ihrem Heimatort. Anders
als z.B. auf der Karelischen Landenge wurde hier der Evakuierung keine
große Aufmerksamkeit geschenkt. Manche Häuser in Suomussalmi waren in
der Grenznähe hinter unwegsamen Entfernungen. Bevor die Gewässer zuge-
froren waren, war die Evakuierung aus diesen Häusern äußerst mühselig.
Zurück blieben Frauen, Kinder und Greise, die trotz dem herannahenden
Winter und bei aller Unsicherheit allein auf sich gestellt zurechtkom-
men mußten, denn die Männer waren in die außerordentlichen Wehrübungen
einberufen worden.

Für die Grenzbevölkerung war der 30.11.1939 ein alltäglicher Winter-
morgen. Der Angriff der Sowjetunion kam daher vollkommen überraschend.
Eine Evakuierung aus den abgelegenen und unwegsamen Orten war unmög-
lich. Dem Schutz des internationalen Rechts vertrauend mußte man die
Einwohner dem Angreifer überlassen. Die weiter weg von der Grenze le-
bende Bevölkerung flüchtete auf eigene Faust an die Straßen, von wo
aus der Weitertransport ins Landesinnere einigermaßen zu organisieren
war. Hab und Gut mußte sie jedoch zurücklassen. Wo eine Evakuierung
möglich war und die Kampfsituation es zuließ, kamen die Männer der
Grenzschutzabteilung den Zivilisten zu Hilfe.

In Suomussalmi wurden 266 Zivilpersonen von den Angreifern gefangenge-
nommen. Sie wurden ins Arbeitslager von Kintismäki jenseits der Grenze
transportiert. Dort kamen 13 Menschen ums Leben. Die Überlebenden wur-
den im Juni 1940 nach Finnland zurückgeschickt.

Die Gebäude im Gebiet der Gemeinde Suomussalmi wurden verbrannt je
nachdem wie die Finnen sich zurückziehen mußten. Die größten Schäden
erlitten die Gegenden beiderseits der Landstraßen, die als Angriffs-
routen dienten, so z.B. die Straße von Raate, die Straße von Suomus-
salmi nach Kuusamo bis nach Piispajärvi sowie Juntusranta und dessen
Umge¬bung. Außerdem wurden Yli- und Alavuokki, Saarivaara, Kuivajärvi
und Marjokylä niedergebrannt. Insgesamt wurden auf der Gemarkung von
Suomussalmi ca. 270 Häuser eingeäschert. Die Sachschäden waren uner-
meßlich.

Zum Schluß

Die Kämpfe um Suomussalmi und um die Straße von Raate bewiesen, daß
eine technische Überlegenheit im Winter nicht ausschlaggebend war.
Die Entscheidung wurde herbeigeführt von der Infanterie dank dem Kön-
nen jedes einzelnen Soldaten bei Gefechten im Wald. Der Sowjetsoldat
kämpfte bis zum Schluß, denn er hatte keine Wahl.