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Nationalautor Ilmari Kianto (1874-1970)

Ilmari Kianto wurde im Pfarrhaus Pulkkila am 7. Mai 1874 Kianta-Schiff nach Turjanlinna geboren. Als der Sohn vier Jahre alt war, zog die Familie nach Suomussalmi um.

Kianto (bis 1906 Calamnius) legte das Abitur am Gymnasium Oulu ab. Zuerst wollte er Pfarrer werden wie so viele von seinen Vorvätern, aber beeindruckt durch die Heldengedichte von Puskin und Lermontov entschloss er sich die militärische Laufbahn anzutreten und fing die Militärschule von Oulu an. Von dieser Zeit erzählt sein erstes Buch "Der falsche Beruf" 1896. Danach begann er an der Universität Helsinki Finnisch, Russisch und Latein zu studieren und machte sein Examen 1898.

Er war Stipendiat an der Universität Moskau 1901-1903. Schon während seiner Studien fing er zu dichten an und seine erste Sammlung war "Soutajan lauluja" (Lieder eines Ruderers).

Ilmari Kianto war tätig als Lehrer der russischen Sprache und Literatur im Gymnasium Kajaani am Anfang des Jahrhunderts und er war auch Zeitungsredakteur.

Im Jahr 1909 wurde "Punainen viiva", Kiantos Hauptwerk herausgegeben (übers. ins Deutsche "Der Rote Strich"), das von der Zeit der ersten Parlamentswahl in Finnland erzählt. Um seine Stimme einem Kanditaten zu geben, musste man damals einen roten Strich über die Nummer auf dem Stimmzettel streichen und eben daher kommt der Titel des Buches. Der andere rote Stricht kommt an der Endszene des Buches am Hals der Hauptperson vor, als er von einem Bären erschlagen wird.

Kianto zog im Jahr 1909 nach Suomussalmi, in die ruhige Natur zurück und baute sich das Haus "Turjanlinna" am See Kianta (Turjanlinna=Burg Turja; Turja bedeutet eine lappische Hexe). Von Turjanlinna aus machte Kianto zahlreiche Reisen sowohl in Finnland als auch ins Ausland, oft auch mit dem Rentier bis nach Karelien (Viena).

Er hat insgesamt 12 Kinder von drei verschiedenen Frauen und für seine Kinder schreibt er eine Märchensammlung "Turjanlinnan satuja" (Märchen von Turjanlinna) 1915.

Kianto nahm am Bürgerkrieg (1918) als der Weißen Armee teil.

Das Buch "Vanha pappila" (Das Alte Pfarrhaus) 1922 schildert sein Vaterhaus, Pfarrhaus Karhula. Wir können es zu den bedeutendsten Pfarrhausschilderungen der finnischen Literatur zählen.

Ein seiner berühmtesten Werken "Ryysyrannan Jooseppi" (Jooseppi von Ryysyranta) wurde im Jahr 1924 herausgegeben. Es ist ein Schilderung von armen Landsleute der Gegend.

Wir können heute mit gutem Recht sagen, dass "Patruunan tytär" (Tochter eines Fabrikanten) das Buch der Bewohner von Ämmänsaari ist. Es erzählt von der Zeit des Eisenwerks Ämmänsaari im 19. Jahrhundert.

Auch das folgende Buch "Vanha Postineiti" (Die Alte Postbeamtin) 1935 schildert das alte Leben in Suomussalmi. Kiantos älteste Schwester war Postbeamtin und sie kamen nicht besonders gut aus miteinander. Nach diesem Buch fing er von seinem eigenen Leben zu schreiben an: "Moskovan maisteri" (Magister in Moskau) und "Poika maailman kylillä" (Junge in der Ferne).

Während des Winterkriegs (30.11.1939 - 13.3.1040) schrieb Kianto auf Russisch auf eine Zigarrensschachtel folgende Meldung für die russischen Soldaten, die möglicherweise kommen könnten:

"Russische Kameraden! Ich bitte dringend: Schonen Sie das Hab und Gut eines armen Schriftstellers. Da gegenüber ist eine unbewohnte Insel und gegen Osten liegt ein Sommerhaus und andere Gebäude. Ich war selbst auch mal in Moskau 1901-1903."

Die Besitzerin des Sommerhauses war seine eigene Schwester, Postbeamtin und die Insel heißt Niettussaari. Die finnischen Soldaten fanden die Zigarrenschachtel und Kianto wurde als Spion festgenommen. Von diesen Ereignissen erzählt das Werk "Omat koirat purivat" (Die eigenen Hunde haben gebießen). Auf Grund des Buches wurde der gleichnamige Film im Jahr 1974 von Mikko Niskanen hergestellt.

Als Ilmari Kianto aus dem Gefängnis entlassen wurde, war sein Haus Turjanlinna im Krieg niedergebrannt. Er baute sich ein neues Turjanlinna, aber auch dies wurde durch Feuer zerstört. Danach baute er sich nur noch ein kleineres Sommerhaus, genannt Abels Kirche oder Ikis Hütte.

Die letzten Jahre lebte er in Helsinki, aber er zog sich jeden Sommer in sein geliebtes Turjanlinna zuruck. Er ist 27. April 1970 im hohen Alter von 95 Jahre in Helsinki gestorben und wurde in Niettussaari begraben, wo die ehemalige Fisherhütte seines Vaters lag. Kianto hat insgesamt 67 Werke geschrieben, von denen "Der Rote Strich" ins Deutsche übersetzt worden ist.